Die Niagarafälle als Ziel von Todesmutigen und Lebensmüden

Schon lange bevor sie zu einem internationalen Touristenziel wurden, haben die Niagarafälle allerhand Wage- und Todesmutige angezogen. Oft mit dem Wunsch, schnell berühmt zu werden, stürzen sich auch heute gelegentlich noch Leute über die Fälle in die Tiefe in der Hoffnung, den irrwitzigen Akt zu überleben und ihr plötzliches Startum auskosten zu können.

 

Bereits 1829 fing es an

Meist benutzten die Todesmutigen ausgepolsterte Tonnen oder speziell präparierte Boote, um sich über die Fälle in die Tiefe zu stürzen. Der allererste dokumentierte Fall stammt aus dem Jahr 1829. Allerdings übrlebte der Herr seine Höllenfahrt nicht. Die erste erfolgreiche Befahrung gelang am 24. Oktober 1901 der 63-jährigen Lehrerin Annie Taylor in einem Holzfass. Seitdem haben es zahllose weitere Wagemutige versucht. Statistisch gesehen endete jeder zweite Versuch tödlich.

 

Hohe Geldstrafen oder Gefängnis

Da die US-amerikanischen Niagarafälle eine geringere Strömung aufweist und seit 1954 zudem noch auf eine große Sturzhalde an ihrem Fuß aufprallen, mussten traditionell die kanadischen Fälle für die Wahnsinnstat herhalten. Zumindest ist jedoch kein einziger Fall bekannt geworden, in dem der Aktionskünstler seinen Sturz über die amerikanischen Fälle überlebt hätte. Seit Mitte der 1980er Jahre ist solcherlei Irrwitz zuem strengstens verboten und wird mit einer hohen Geldstrafe, bisweilen sogar Gefängnis bestraft. Das hat Lebensmüde jedoch nicht davon abgehalten, die fälle für ihren Selbstmord zu missbrauchen. Wenn schon aus dem Leben scheiden, dann wenigstens mit Stil, scheint die Devise zu sein.

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